Offener Brief an Frau Bundesministerin Köstinger

Monday, 20. April 2020 @ 08:57

Ich weiss von folgenden webinar-Terminen und ihren Aufzeichnungen: Mittowch, 22. April, ab 19:00 Uhr
Alex Demirovic von der Rosa Luxemburg Stiftung (RLS) transform! europe wird ein Online- Interview zur aktuellen Corona- Krisensituation geben. Das Interview wird auf Deutsch mit Englischem Simultandolmetsch geführt. Es wird im webinar Möglichkeit zum schriftlichen Fragenstellen per "Frage&Antwort" Box geben. Zum Registrieren und zum Erhalten des persönlichen Zugangslinks, bitte hier klicken.


Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
ich habe soeben aus den Medien erfahren, dass Sie daran denken, bald die Grenze nach Deutschland aufgrund eines zukünftigen bilateralen Abkommens für Touristen zu öffnen. Ich bin so wie Sie für eine möglichst rasche Herstellung von normalen Verhältnissen, als Sozialkybernetiker gebe ich nur zu bedenken, dass der Zeitpunkt der Öffnung ganz wichtig ist. Ich teile nicht die Auffassung von Dr. Sprenger, dass wir zur Vermeidung vieler Todesfälle und IntensivpatientInnen nur die Wahl haben, zu warten, bis es eine Impfung oder ein tolles neues Medikament gibt. Ein alternativer Weg wäre, die nächsten Tage (auf jeden Fall bis zum 28. April - siehe mein Simulationsmodell unter http://transform.or.at) zu warten, bis es in Österreich keine von innen her kommende Infizierten mehr geben würde (das könnte man durch einen Stichprobentest von SORA vielleicht überprüfen). Wir müssten in Österreich unsere Grenzen allerdings solange dicht halten (auch gegen Deutschland), bis es auch in Deutschland keine Infizierten mehr gibt. Das ist aber nur möglich, wenn bis dahin auch Deutschland seine Grenzen (und Flughäfen) gegenüber neuen Virusträgern abschottet. Derzeit hat Deutschland noch einen längeren Weg zurückzulegen als wir.
….(Zwei Bilder im Originaltext eingefügt)….
In Österreich ist der Rückgang der Infizierten schon weiter als in Deutschland (wir hatten heute nur 59 Fälle, sie könnten aber ev. wieder ansteigen), aber beide befinden sich sozusagen auf der gleichen Schiene, Österreich ein wenig voran, Deutschland etwas dahinter mit 2-3.000 Neuansteckungen pro (man bedenke den Größenunterschied von 10 zwischen beiden Ländern).

In Österreich könnten wir nach dem 28. April (und einigen Tagen Sicherheitsabstand) bei kontrollierten Grenzen und Flughäfen (mit Quarantäne, Tests und zu mindestens Fiebermessung) alle Einschränkungen aufheben, da die Viren ausgehungert wären. Dadurch könnten Österreich viele Erkrankungen, Tote und IntensivpatientInnen und der Wirtschaft hohe Verluste in Milliardenhöhe erspart bleiben.
Ich wäre sehr froh, wenn Sie diese Variante in Ihre Überlegungen einbeziehen würden.
Es ist besonders in Zeiten wie diesen wegen der Informationsüberflutung sehr schwer durch das mediale Rauschen zu gelangen. Als Beispiel sehen Sie nachstehend meinen ziemlich verzweifelten Versuch, meine Einsichten an die richtige Stelle zu befördern.
Mit besten Grüßen und herzlichem Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Peter Fleissner, Sozialkybernetiker

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