Karl Marx Preise 2018

Samstag, 21. April 2018 @ 10:37

Am Freitag, den 4. Mai, dem Vorabend von Marx´ 200. Geburtstag, überreichte Peter Fleissner, Gründungsmitglied des Vereins transform!at, den drei GewinnerInnen die Marx-Preise in der Höhe von je 10.000,-- Euro. Die Preisverleihung fand nach dem Theaterstück "Karl Marx - Meilensteine der Philosophie" von und mit Robert Pfaller im Wiener Rabenhof-Theater vor ca. 250 BesucherInnen statt.


(Foto: Pamela Russmann)

Die Ausschreibung für die drei Preise ist mit 31. Jänner zu Ende gegangen. 27 Einsendungen haben uns erreicht. Die Preise wurden aus dem Nachlass der Politologin Mireille Geloen gestiftet. Sie war Mitglied das Vorstand von transform Austria. Der Verein fördert damit – wie es auch sein Ziel ist - den Dialog zwischen linken Gruppierungen und die Weiterentwicklung linker Politik. Wie könnte man dies besser tun als innovative wissenschaftliche Arbeiten auszuzeichnen, die sich mit dem marxistischen Vermächtnis, mit seiner Methode an Fragen der Gegenwart heranwagen? Es ist dabei sicher im Sinne des alten Herren, der von sich selbst gesagt haben soll: „Ich bin kein Marxist“, dass sich die PreisträgerInnen im Sinne der von Marx verwendeten dialektischen Methode nicht nur affirmativ mit seinem Erbe auseinandersetzen, sondern auch durchaus kritisch und mit einem an der Gegenwart geschulten Blick. Der Preis wurde für wissenschaftliche Arbeiten in drei Bereichen ausgeschrieben:

Die GewinnerInnen sind:

• Für den Bereich "Marxismus-Feminismus":
Tine Haubner, Universität Jena ("Die Ausbeutung der sorgenden Gemeinschaft. Laienpflege in Deutschland").


(Foto: Pamela Russmann)

Tine Haubner studierte Soziologie, Philosophie und Psychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. In Jena schloss sie 2017 ihre Promotion mit einer ausbeutungstheoretischen Arbeit zur sozialpolitischen Regulierung der Altenpflegekrise ab, die nun unter dem Titel "Die Ausbeutung der sorgenden Gemeinschaft. Laienpflege in Deutschland" im Campus-Verlag erschienen ist. Eine Kurzfassung finden Sie hier. Zu ihren gegenwärtigen Forschungsschwerpunkten gehören u.a. die Ränder der Arbeitsgesellschaft und die Krise sozialer Reproduktion.



(Foto: Pamela Russmann)

• Für den Bereich „Politische Ökonomie“:
Tomás Rotta, London, University of Greenwich ("Unproductive Accumulation in the United States: A New Analytical Framework”).


(Foto: Pamela Russmann)

Er hat eine neuartige Analyse der unproduktiven Akkumulation in der USA-Wirtschaft der Nachkriegszeit verfasst, in der er die marxschen Begriffe "produktive" und "unproduktive Arbeit" erweitert und auf die ökonomische Entwicklung der USA in der Nachkriegszeit anwendet. Sie erschien im Jänner 2018 im Cambridge Journal of Economics.

Tomás Rotta ist Lektor für Ökonomie an der Abteilung „International Business & Economics“ an der Universität von Greenwich, London, UK, und Mitglied des Greenwich Forschungszentrums für Politische Ökonomie (GPERC). Er erwarb seinen Doktorgrad (PhD) in Ökonomie an der University of Massachusetts in Amherst, USA, den Master of Science im Fach „Wirtschaftsentwicklung“ und den Bachelor of Science BA in Business Management an der Universität von São Paulo, Brasilien. Sein Spezialgebiet ist Politische Ökonomie. Kontakt: marx21.com/contact/


• Für den Bereich „Ökosozialismus“:
Fahim Amir, Wien („Schwein und Zeit“)


(Foto: Pamela Russmann)

Fahim Amir ist Experte für Experimentelles in Theorie, Kunst und Gestaltung an der Kunstuniversität Linz. Der Wiener mit afghanischen Eltern studierte in Wien, Berlin und New York und lehrte an Universitäten im In- und Ausland. »Bei Tieren wird die Linke rechts«, so Fahim Amir und holt mit "Schwein und Zeit" zum anregenden Gegenschlag aus. Er hat für transform unter dem Titel Gorillas am Hebel eine Kurzdarstellung seiner Ideen verfasst.
Eine Rezension seiner Einreichung findet sich in der Mai-Volksstimme. Im Herbst 2018 erscheint die erweiterte Arbeit als Buch beim Hamburger Verlag Nautilus.





transform!at gratuliert der Gewinnerin und den Gewinnern!

(Foto: Pamela Russmann)

Der Bundessprecher der KPÖ, Mirko Messner, freut sich über die Preise

(Foto: Pamela Russmann)


Die Preise wurden aus dem Nachlass der Politologin Mireille Geloen, einem Vorstandsmitglied von transform!at, gestiftet.



Hier wirbt Kurt Palm für Marx und hier Gregor Gysi, hier Frigga Haug, und hier Robert Pfaller.


Alle videos finden Sie hier

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