Und vergib uns unsere Schuld…

Freitag, 13. Jänner 2012 @ 08:31

Vorabdruck eines Beitrags von Peter Fleissner in der Volksstimme 1/2012

Angesichts der aktuellen Staatsschuldenkrise macht es Sinn, sich damit zu beschäftigen, ob, wie und in welcher Form das Schuldenproblem in der Geschichte aufgetreten ist. Von besonderem Interesse sind Lösungen, die in der Vergangenheit dafür gefunden wurden. Sie geben Anlass, die Auswege aus der Krise in einem neuen Licht zu sehen.

Gewalt als Grundlage des Marktes…
David Graeber, ein US-amerikanischer Völkerkundler und anarchistischer politischer Aktivist ist dieser Frage im Detail nachgegangen. In seinem neuesten Buch: “Schulden: Die ersten fünftausend Jahre“ (englischer Originaltitel: „Debt: The First Five Thousand Years“ ) erklärt er den Ursprung des Geldes nicht - wie es MarxistInnen meist tun - aus speziellen Gegenständen, die sich zum Münzgeld, dann zum Papiergeld und später zum virtuellen Geld entwickeln, sondern aus Schuld und Kredit.

Das englische Wort „debt“ bezieht sich vor allem auf Zahlungsverpflichtungen, nicht auf den moralischen Aspekt. Anders ist es im Deutschen: Im Wort „Schuld“ ist die Verbindung von Finanz und Moral eng geknüpft. Beide Seiten dürften nach Graeber ihren Ursprung in einer ganz konkreten Praxis haben, der Praxis der Gewalt, die auf gesamtgesellschaftlicher Ebene durch den Staat kanalisiert wird. Graeber im O-Ton: “Wir neigen dazu, die Rolle von Gewalt in der Wirtschaft zu unterschätzen, ebenso die absolut bestimmende Rolle von Krieg und Sklaverei. Überdies sind die Ursprünge wichtig. Die Gewalt mag zwar unsichtbar sein, aber sie bleibt in die Logik unseres Alltagsverständnisses von Wirtschaft eingeschrieben, ebenso wie in die Natur der Institutionen unserer Wirtschaft, die ohne Gewalt nicht existieren könnten, und in die systematische Gewaltdrohung, die vom Staat ausgeht.“ (http://www.metamute.org/en/content/debt_the_first_five_thousand_years, meine Übersetzung. Im weiteren beziehe ich mich auf diesen Text).

Nach Graeber kann die Sklaverei in den meisten Fällen als Ergebnis von Kriegen angesehen werden. Der Zusammenhang zwischen Krieg und Schuld läuft über die Eroberung einer Region: Überlebt man den Krieg, behält man sein Leben, doch der Eroberer behält das Recht, einen zu töten, und oft übt er es auch aus. Wenn er es nicht ausübt, schuldet man ihm buchstäblich sein Leben. Diese Schuld ist absolut, unbegrenzt und untilgbar. Im Prinzip könnte sich der Eroberer alles nehmen, was er will, und alle Schulden oder Verpflichtungen, die man/frau gegenüber anderen (Freunden, der Familie, früheren politischen verbündeten) hat, werden hinfällig. Es existiert nur noch die eigene Schuld gegenüber seinem Besitzer.

Diese Logik besitzt zwei entgegengesetzte Konsequenzen. Die erste beruht auf der Möglichkeit, die unterworfenen Menschen als Sklaven zu verkaufen. In diesem Fall wird die absolute Schuld relativiert. Sie kann präzise quantifiziert werden. Graebe meint, dass diese Quantifizierung die Möglichkeit bot, eine Frühform unseres gegenwärtigen Geldes zu erzeugen, wie es heute auf Märkten eingesetzt wird. Dagegen diente die von den Anthropologen als „primitives Geld“ bezeichnete Innovation, die in staatenlosen Gesellschaften vorkam (z.B. das Federgeld auf den Salomoneninseln, das Wampun – Perlengeld - der Irokesen), nicht dem Kauf und Verkauf, sondern ermöglichte es, menschliche Beziehungen zu festigen oder aufzulösen, z.B. Heiraten zu arrangieren oder Blutsfehden zu beenden. Ein babylonischer Bauer könnte etwa eine handliche Summe in Silber an die Eltern seiner Frau bezahlt haben, um die Ehe zu legalisieren, aber die Frau war deshalb in keiner Weise sein Besitz. Er konnte die Mutter seiner Kinder weder kaufen noch verkaufen. Das „primitive Geld“ ist vom Kauf und Verkauf auf unseren Märkten meilenweit entfernt.

Aber all das würde sich ändern, hätte er ein Darlehen aufgenommen. Wäre das Darlehen uneinbringlich geworden, könnten ihm seine Gläubiger zunächst seine Schafe und Möbel, dann sein Haus, die Felder und Obstgärten nehmen, und schließlich seine Frau, die Kinder und sogar ihn selbst in die Schuldknechtschaft werfen, bis die Schulden getilgt waren (was er, nachdem seine Ressourcen immer weniger geworden sind, mit immer größeren Schwierigkeiten oder gar nicht mehr schaffte). Schulden waren also nach dieser Überlegung das Scharnier, das es ermöglichte, sich so etwas wie Geld im modernen Sinne vorzustellen, und einen Bereich zu schaffen, in dem alles gekauft und verkauft werden kann, weil alle Objekte (wie die Sklaven) aus ihren früheren sozialen Beziehungen herausgelöst wurden und nur noch in Bezug auf Geld existieren – modern ausgedrückt: der Markt wurde geschaffen.

…und des Staates
Während die erste Folgerung zur Einrichtung von Märkten führt, geht die zweite in eine gänzlich andere Richtung. Sie weist darauf hin, dass der Herrscher (heute der Staat) das Gewaltmonopol besitzt, da wir ihm letztlich das Leben verdanken. Ohne dieses Monopol könnte die Ausübung von Gewalt zwischen den Untertanen nicht unterdrückt werden. Im Gegenzug sagen wir Untertanen bis heute, dass wir dem Herrscher (Staat) gegenüber unsere Verpflichtungen einlösen müssen, dass die Bezahlung von Steuern unsere Pflicht ist. z.B.: „Ich schulde meinem Land etwas“. Diese Argumente sind immer gegenwärtig, wenn wir die Herren Grasser und Strasser moralisch verurteilen. Immer sind in solchen Fällen die gegenseitigen Rechte und Pflichten - wechselseitige Verpflichtungen - mit einer Vorstellung von "Gesellschaft" verbunden, wo wir alle gleich sind, als absolute Schuldner angesichts der (jetzt unsichtbaren) Figur des Herrschers. Geld ist dann nichts anderes als die soziale Ausgestaltung unserer „sozialen Schuld“.

Steuern statt Opfer
Möglicherweise hat diese soziale Schuld Wurzeln, die noch weiter zurückreichen. In der Antike glaubte man, dass wir unsere Sprache, unsere Traditionen, ja unsere Existenz als Menschen den Göttern verdanken. Diese Schuld wurde durch Opfer beglichen. Genau genommen waren Opfer eigentlich nur die Zahlung von Zinsen - endgültig wurde die grundsätzliche Schuld erst durch den Tod beglichen. Später wurde diese Schuld vom Staat übernommen, Steuern traten anstelle der Opfer und die Wehrpflicht entstand als Möglichkeit, die ursprüngliche Schuld mit unserem Leben endgültig zu tilgen.

Schon in den 1990er Jahren haben die beiden Ökonomen Gunnar Heinsohn und Otto Steiger eine Neuformulierung des Kerns der ökonomischen Theorie als Theorie des Eigentums, d. h. einer Theorie von Zins und Geld versucht. In ihrem Buch „Eigentum, Zins und Geld. Ungelöste Rätsel der Wirtschaftswissenschaft“ gehen sie davon aus, dass Eigentum in Verträgen Gegenstand der Vermögenshaftung ist und damit zur Sicherung zwangsvollstreckbarer schuldrechtlicher Forderungen dient – ein weiterer Hinweis auf die durch (staatliche) Gewalt abgesicherte Verpflichtung, Schulden bezahlen zu müssen. Auch diese Sicht untermauert Graebers These, dass die Ansprüche von Markt und Staat, die oft nebeneinander stehen, auf einer sehr ähnlichen Logik der Gewalt gegründet sind. Weder ist dies eine bloße Sache der historischen Ursprünge, die man als zufällig vernachlässigen könnte, noch können weder Staaten noch Märkte ohne die ständige implizite Androhung von Gewalt existieren.

Graeber hat sich eine Perspektive geschaffen, von der aus er die vergangenen 5000 Jahre in Perioden einteilen kann. In der Geschichte der Wirtschaft sieht er einen Pendelschlag, der zwischen Metallgeld und virtuellem Geld schwankt.

Die ersten Agrarreiche: Freiheit und Erlösung
Schon im Zeitalter der ersten Agrarreiche (von 3500 bis 800 v.u.Z.) gab es Märkte, auf denen mehrheitlich nicht mit Metallgeld bezahlt wurde, sondern wo der Kredit eine zentrale Rolle spielte. Die Schuld wurde angeschrieben. Der Zinssatz war durch rund 2000 Jahre mit 20 Prozent ziemlich hoch, ohne dass er von einer Regierung reguliert gewesen wäre. Bei schlechten Ernten schlitterten die Bauern, die den Kredit nicht zurückzahlen konnten, in die Schuldsklaverei, der sie sich - wenn sie Glück hatten - durch „Untertauchen“ als halb-nomadische Banditen und Outcasts zu entziehen versuchten.

Die sozialen Probleme durch die Schuldknechtschaft waren so groß, dass jeder neue Herrscher die Schulden tilgen und die Schuldknechte wieder in ihre Familien zurückkehren ließ. Dies hat sich in der Sprache niedergeschlagen. Bei den Sumerern bedeutete „amarga“, ein sehr frühes Wort für Freiheit, buchstäblich „zurück zur Mutter“. Im alten Israel schufen biblische Propheten das „Jubiläum“, das ursprünglich nach sieben Sabbath-Jahren (=49 Kalenderjahre) eine periodische Schuldentilgung und Rückgabe von Land bedeutete. Dieses Wort ist der direkte Vorfahre von „Erlösung“, der im Neuen Testament zu einem zentralen Begriff der jungen Christenheit wurde. Der Ökonom Michael Hudson wies darauf hin, dass sich die Institution des Geldverleihs gegen Zinsen aus Mesopotamien über die ganze Welt verbreitet hatte - unglücklicherweise ohne den dazugehörigen Schuldentilgungsmechanismus.

Achsenzeit: Das Münzgeld erscheint
Im Achsenzeitalter (800 v.u.Z. – 600 n.u.Z) dominierte das gemünzte Geld oder Barren aus Edelmetall. In dieser Zeit entstanden die Weltreligionen. Es war eine Zeit großer Kreativität, aber auch eine Periode extremer Gewalt. Geld, mit dem auf Märkten gekauft und verkauft werden konnte, wurde wahrscheinlich das erste Mal von den lydischen Herrschern in Kleinasien zur Bezahlung von Söldnern verwendet. Es belegt die These, dass der Kredit der Ursprung von Markttransaktionen war und nicht das Geld, dass Karthago, die klassische Handelsnation der Antike, Münzen erst spät einführte, und auch dann nicht für den täglichen Gebrauch, sondern zur Bezahlung von Söldnern. Für den Ursprung der Weltreligionen gibt Graeber eine verblüffende, aber nicht sehr überzeugende Begründung. Er meint, dass die Märkte Bereiche darstellten, wo menschliche Werte und soziale Beziehungen völlig ignoriert würden. Die Entstehung der Religionen wäre eine Gegenbewegung gegen diesen „materialistischen“ Trend gewesen.

Mittelalter: Märkte und Religion
Das Mittelalter (600 – 1500 n.u.Z) war nach Graeber die Zeit der Verschmelzung von Märkten und religiösen Institutionen. Die Geldwechsler, könnte man sagen, waren wieder in den Tempel eingeladen, wo sie überwacht werden konnten. Das Ergebnis war ein Aufblühen der Wirtschaftsinstitutionen, da sie einen höheren Grad an sozialem Vertrauen besaßen. Alles, vom internationalen Handel bis zur Organisation von Volksfesten, wurde von den Religionen übernommen.

Münzen gab es in Europa, wo das Christentum dominierte, nur sporadisch. Ab 800 wurden die Preise weitgehend in Form einer alten karolingischen Währung berechnet, die gar nicht mehr existierte (sie wurde damals tatsächlich "imaginäres Geld" genannt), während der alltägliche Kauf und Verkauf hauptsächlich ohne Geld mit anderen Mitteln abgewickelt wurde, nämlich durch das Kerbholz (Tally-Stick), ein gekerbtes Holzstückchen, das der Aufzeichnung von Schulden diente. Das Kerbholz wurde entzwei gebrochen, wobei die eine Hälfte der Gläubiger, die andere Hälfte der Schuldner behielt. Solche Kerbhölzer waren noch in großen Teilen Englands bis ins 16. Jahrhundert im allgemeinen Gebrauch. Bis heute gibt es bei uns die Redewendung: „Etwas auf dem Kerbholz haben“.

Größere Transaktionen wurden durch Wechsel abgewickelt, wobei die großen Handelsmessen als Clearing-Haus dienten. Mittlerweile sah die Kirche einen rechtlichen Rahmen vor, der strenge Kontrollen für das Verleihen von Geld gegen Zinsen und Verbote auf Schuldknechtschaft durchsetzte.

Das eigentliche Nervenzentrum der mittelalterlichen Weltwirtschaft war jedoch der Indische Ozean, der gemeinsam mit den zentralasiatischen Karawanenrouten die großen Zivilisationen von Indien und China mit dem Nahen Osten verband. Hier wurde der Handel im Rahmen des Islam durchgeführt, der nicht nur eine rechtliche Struktur vorsah, die kaufmännischen Tätigkeiten sehr förderlich war, (Verleihen von Geld gegen Zinsen war absolut verboten), sondern friedliche Beziehungen zwischen Kaufleuten in einem bemerkenswert großen Teil der Welt sowie die Schaffung einer Vielzahl von anspruchsvollen Kreditinstrumenten erlaubte. Eigentlich war Westeuropa, wie in so vielen Dingen, in diesem Zusammenhang ein relativer Nachzügler: Die meisten Finanzinnovationen, die Italien und Frankreich im 11. und 12. Jahrhundert erreicht hatten, waren in Ägypten oder Irak seit dem 8. oder 9. Jahrhundert in allgemeinem Gebrauch. Das Wort "Cheque" zum Beispiel leitet sich vom arabischen sakk ab und trat in englischer Sprache erst um 1220 n.u.Z auf.

Die Europäischen Großreiche: Gold und Silber
Im Zeitalter der Europäischen Großreiche (1500 – 1971) gab es eine neuerlichen Pendelschlag der Geschichte zum Münzgeld und zu Gold- oder Silberbarren. In China musste durch Volksbewegungen während der frühen Ming-Dynastie im 15. und 16. Jahrhundert das traditionelle Papiergeld aufgegeben werden, aber auch jeder Versuch, eine andere Währung einzuführen. Der riesige chinesische Markt kehrte zu einem ungeprägten Silber-Standard zurück. Da die Steuern allmählich auch in Silber bezahlt wurden, versuchte die offizielle chinesische Politik, möglichst viel Silber ins Land zu bringen und die Steuern niedrig zu halten, um neue Ausbrüche von sozialen Unruhen zu verhindern.

Die plötzliche enorme Nachfrage nach Silber hatte Auswirkungen auf die ganze Welt. Der Großteil der Edelmetalle, der durch die Konquistadoren geplündert und später von den Spaniern aus den Minen von Mexiko und Potosi aus Bergwerken gewonnen worden war (mit unglaublichen Kosten an Menschenleben), landete in China.

In dieser Periode wurde das Geld von den religiösen Institutionen abgekoppelt und an neue Zwangsinstitutionen (insbesondere des Staates) angedockt. Dieser Prozess war von einer ideologischen Rückbesinnung auf den "Metallismus" begleitet. International gesehen behielt das Britische Empire im 19. und frühen 20. Jahrhundert standhaft die Goldwährung bei. In den Vereinigten Staaten gab es große politische Kämpfe darüber, ob der Gold- oder Silber-Standard Vorrang haben sollte.

Kredit gab es dennoch. Er war aber meist eine Sache von Staaten, die sich weitgehend auf Defizitfinanzierung stützten, also eine Form des Kredits, die erfunden wurde, um die immer teureren Kriege bezahlen zu können.

Dies war auch die Zeit der Entstehung des Kapitalismus, der Industriellen Revolution, der Repräsentativen Demokratie, und so weiter. Graeber zeigt auf, dass die Institution der Lohnarbeit historisch aus der Sklaverei entstanden ist. Die frühesten Lohnverträge, die wir kennen, von Griechenland bis in den malaiischen Stadtstaaten, waren eigentlich Verträge zur Vermietung von Sklaven. Lohnarbeit war historisch eng mit Schuldknechtschaft verbunden – was sie nach Ansicht von Graeber auch heute noch ist.

Das Imperium der Schuld kehrt zurück
Damit finden wir uns schon in der Gegenwart. Die aktuelle Epoche, das Imperium der Schuld, lässt Graeber am 15. August 1971 beginnen, als US-Präsident Nixon offiziell die Konvertibilität des Dollars in Gold aufgab und die aktuellen floatenden Währungen schuf. Wir sind jedenfalls in ein Zeitalter des virtuellen Geldes zurückgekehrt, in dem die Verbraucher in den reichen Ländern beim Kauf kaum noch Papiergeld verwenden. Ganze Volkswirtschaften werden durch Verschuldung angetrieben. In diesem Zusammenhang sprechen wir von der "Finanzialisierung" des Kapitals, wobei die Spekulation mit raffinierten Finanzinstrumenten einen Bereich für sich bedeutet, der von jedem unmittelbaren Zusammenhang mit der Produktion oder sogar dem Handel unabhängig ist. Das ist genau der Sektor, der heute in eine Krise geraten ist.

In der Vergangenheit wurden in Phasen des virtuellen Kreditgeldes übergreifende Institutionen geschaffen (Mesopotamiens heiliges Königtum, Mosaische Jubiläen, die Scharia oder das Kirchenrecht), die eine Kontrolle über die potenziell katastrophalen sozialen Folgen der Verschuldung ausübten. Fast immer dienten sie dem Schutz der Schuldner. Diese Bewegung hat sich seit den 1980er Jahren umgekehrt. Das erste globale monetäre Verwaltungssystems (Internationaler Währungsfond - IWF, Weltbank und Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung - IBRD) ist vor allem zum Schutz der Interessen der Gläubiger tätig. Dieses System, das von der globalisierungskritischen Bewegung schon seit Jahren als gefährlich beurteilt wurde, brachte die Bankenkrise und die aktuelle Staatsschuldenkrise hervor und bedroht weltweit die Funktionstüchtigkeit der globalen Wirtschaft. Graeber meint, dass nicht das Kreditgeld an sich schlecht wäre, sondern die mangelnde soziale Regulierung der Finanzsphäre. Unter ihrer Kontrolle hätte der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, gar nicht erst entstehen können.

Fragt sich am Schluss: Wie können wir erreichen, dass das Finanzkapital streng reguliert wird, oder – noch besser – wie werden wir den Kapitalismus selbst wieder los?

N.B: Den Hinweis auf das Buch verdanke ich Magistra Ulrike Kruh.

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